Ende März 2015 lebten 1 967 844 Ausländerinnen und Ausländer in der Schweiz.

    68 % der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung stammen aus den EU-28/EFTA-Staaten. Der Wanderungssaldo lag im ersten Quartal bei 22 942 Personen.

    Die Einwanderung hat im Beobachtungszeitraum zwischen Januar und März 2015 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 2,6 % zugenommen. Gleichzeitig hat die Auswanderung im gleichen Zeitraum um 0,3 % abgenommen. Von Januar bis März 2015 sind 39 102 Personen in die ständige Wohnbevölkerung eingewandert, 16 892 Personen sind ausgewandert.

    Zwischen Januar und März 2015 sind gesamthaft 40 161 Staatsangehörige aus der EU-28/EFTA zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit in die Schweiz eingewandert. Diese Zahl schliesst auch Personen mit Kurzaufenthaltsbewilligungen ein. Gegenüber der gleichen Periode im Vorjahr bedeutet dies eine Zunahme von 10,4 %.

    Im gleichen Zeitraum sind gesamthaft 11 835 Ausländerinnen und Ausländer im Familiennachzug in die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz eingewandert. Knapp 20 % von ihnen kamen im Familiennachzug einer Schweizerin bzw. eines Schweizers in die Schweiz.

    Ein Viertel der Kontingente für Drittstaatenangehörige beansprucht / Albinfo.ch

    2015 stehen für Erwerbstätige aus Drittstaaten 4000 Kurzaufenthaltsbewilligungen und 2500 Aufenthaltsbewilligungen zur Verfügung. Die Ausschöpfung dieser Kontingente lag Ende März bei 25 % für die Kurzaufenthalter und bei 23 % für die Aufenthalter.

    68 % der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung stammen aus den EU-28/EFTA-Staaten. Der Wanderungssaldo lag im ersten Quartal bei 22 942 Personen.

    Die Einwanderung hat im Beobachtungszeitraum zwischen Januar und März 2015 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 2,6 % zugenommen. Gleichzeitig hat die Auswanderung im gleichen Zeitraum um 0,3 % abgenommen. Von Januar bis März 2015 sind 39 102 Personen in die ständige Wohnbevölkerung eingewandert, 16 892 Personen sind ausgewandert.

    Zwischen Januar und März 2015 sind gesamthaft 40 161 Staatsangehörige aus der EU-28/EFTA zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit in die Schweiz eingewandert. Diese Zahl schliesst auch Personen mit Kurzaufenthaltsbewilligungen ein. Gegenüber der gleichen Periode im Vorjahr bedeutet dies eine Zunahme von 10,4 %.

    Im gleichen Zeitraum sind gesamthaft 11 835 Ausländerinnen und Ausländer im Familiennachzug in die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz eingewandert. Knapp 20 % von ihnen kamen im Familiennachzug einer Schweizerin bzw. eines Schweizers in die Schweiz.

    Ein Viertel der Kontingente für Drittstaatenangehörige beansprucht

    2015 stehen für Erwerbstätige aus Drittstaaten 4000 Kurzaufenthaltsbewilligungen und 2500 Aufenthaltsbewilligungen zur Verfügung. Die Ausschöpfung dieser Kontingente lag Ende März bei 25 % für die Kurzaufenthalter und bei 23 % für die Aufenthalter.

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    Arbeitslosigkeit, Armut, Korruption, Ineffizienz: Kosovo hat riesige Probleme. Zehntausende haben in den letzten Monaten das Land verlassen. Für einige junge Kosovaren in der Schweiz jedoch ist der kleine Balkanstaat Synonym für ein Land voller Chancen und Perspektiven.

     "Ich sage meinen Angestellten in Pristina immer: Hier sind wir in der Schweiz, der Kosovo beginnt jenseits des Fensters", sagt Drenusha Shala, Leiterin eines Call Center in der kosovarischen Hauptstadt. "Wir haben die schweizerische Arbeitsmentalität in den Kosovo mitgebracht: Effizienz, Präzision, Qualitätsbewusstsein und Konstanz", unterstreicht die junge Unternehmerin, die in Greifensee im Kanton Zürich aufgewachsen ist.

    Drenusha Shala kam mit sieben Jahren mit ihrer Familie als Flüchtling in die Schweiz. Hier machte sie eine Ausbildung als kaufmännische Angestellte. 2012 entschied sie mit zwei albanischen Freunden, auch sie in der Schweiz aufgewachsen, gegen den Willen ihres Vaters, in ihr Land zurückzukehren um einen Telefondienst aufzubauen. "Ich habe dies aus wirtschaftlichen Gründen gemacht, ganz klar, aber auch aus einem gewissen Patriotismus: ich möchte meinem Land helfen", sagt die junge Frau.

    Personal zu finden, das mit einer hauptsächlich deutschsprachigen Kundschaft zusammenarbeitet, sei nicht schwierig gewesen. "Viele Kosovaren sind wie ich vor oder während des Krieges nach Europa gegangen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sie Deutsch gelernt. Der grösste Teil von ihnen ist wieder zurückgeschickt worden, und so gibt es viele Leute, die die Sprache beherrschen".

    Ein weiterer Trumpf des Balkanstaates sind die tiefen Löhne. "Diese sind durchschnittlich zwanzig Mal tiefer als in der Schweiz", stellt Drenusha Shala fest. Auch wenn ich den Angestellten 540 Euro monatlich zahle, das Doppelte des nationalen Durchschnitts, ist es möglich, auf dem europäischen Markt konkurrenzfähige Tarife anzubieten", sagt sie.

    Die dynamische und bestimmt auftretende 25-Jährige ist vom "grossen Potenzial" des kleinen Balkanstaates überzeugt. "Mit wenigen Mitteln kann man Erfolg haben", lautet ihr Credo. Die Zahlen, die sie uns vorlegt, geben ihr recht: Wachstum und Personalbestand wurden Jahr für Jahr verdoppelt und von anfangs sieben Mitarbeitern ist der Bestand auf 156 angestiegen. Heute, sagt sie, zähle ihre Firma zu den grössten Arbeitgebern in Pristina.

    Migration mit Qualität

    Bashkim Iseni ist Gründer von albinfo.ch, einer Informationsseite, die sich an die albanisch sprechende Diaspora in der Schweiz richtet. Er hält das Modell von Drenusha Shala durchaus für nachahmenswert. "Für jene, die das ganze Leben in der Schweiz verbracht haben, ist eine Rückkehr in den Kosovo schwierig. Die zweite Generation jedoch hat viele Möglichkeiten: Sie hat sich Wissen angeeignet, eine Schweizer Schulbildung erhalten und gleichzeitig kennt sie die albanische Mentalität und Kultur", sagt er.

    Es gibt diverse junge Ingenieure, die im Kosovo Fuss fassen wollen, stellt Bashkim Iseni fest. "Das ist eine Migration mit Qualität: Leute, die neue Produkte und Technologien lancieren". Er nennt das Beispiel von drei Unternehmern, die auf dem Schweizer Markt tätig sind. Sie möchten in der Stadt Ferizaj, dem zweitwichtigsten Wirtschaftszentrum des Landes, eine ultramoderne Abfallentsorgungs-Zentrale realisieren.

    Das steigende Interesse der Kosovaren in der Schweiz, in ihrem Land zu investieren und Geschäfte zu machen, bestätigt auch Andreas Ragaz, Leiter des Start-Ups Fund, ein Programm des Staatssekretariats für Wirtschaft (seco) zur Förderung des privaten Sektors in Schwellen- oder Transitländern. "Die vielversprechendsten Sektoren im Kosovo sind Landwirtschaftsprodukte und Lebensmittel sowie Bauwirtschaft und erneuerbare Energien", sagt Ragaz zu swissinfo.ch. Die Herstellung von Holz-Pellets und von Papiersäcken gehören zu den unterstützten Projekten.

    Auch Drenusha Shala konnte auf die Unterstützung der Schweiz zählen. Im Rahmen eines Programmes für die Verbesserung der Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt für junge Kosovaren (Projekt EYE) erhielt sie einen Beitrag von 30'000 Franken. "Die Summe diente zur ISO-Zertifizierung des Betriebes. Diese indirekte Art, Arbeitsstellen zu schaffen, verleiht uns mehr Glaubwürdigkeit und vergrössert die Wachstumsmöglichkeiten", erklärt sie.

    Rechtliche Unsicherheit

    Ist der seit 2008 unabhängige Kosovo also das neue gelobte Land? Nicht ganz. Im Balkanstaat lebt ein Drittel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Die Arbeitslosenquote liegt bei 50% und einer von drei Jugendlichen ist ohne Arbeit. Korruption, eine langsame Bürokratie und die Instabilität der Institutionen bremsen die Entwicklung des Landes und desillusionieren die Bevölkerung, beobachtet Bashkim Iseni.

     

    Auch das restliche Europa hat diese Situation in den vergangenen Monaten erneut aufmerksam verfolgt. Seit dem Ende des Krieges 1999 gab es keinen solchen Exodus mehr, rund 100'000 Personen haben im letzten Winter den Kosovo verlassen, um anderswo nach besseren Perspektiven zu suchen, vor allem in Deutschland, Frankreich und Österreich.

    "Das Phänomen des Exodus' hat sich mittlerweile stabilisiert, auch weil jene gegangen sind, die gehen wollten", so der Leiter von albinfo.ch. Geblieben seien jedoch die Probleme. Für jene, die im Kosovo bleiben möchten, sei die rechtliche Unsicherheit das grösste Problem, sowohl für die Arbeitgeber als auch für die Arbeitnehmer, stellt Drenusha Shala fest.

    "Wenn wir möchten, könnten wir unseren Arbeitnehmern Arbeitsbedingungen anbieten, die nicht dem Vertrag entsprechen. Auch die Mitarbeitenden ihrerseits könnten uns schaden, ohne dass wir dagegen etwas machen könnten", sagt sie. Sollte es zu einem Gerichtsverfahren kommen, wäre der Gerichtsstand ihres Unternehmens die Schweiz, dies wäre wirkungsvoll und würde die Glaubwürdigkeit gegenüber dem Kunden erhöhen.

    Als sie im Kosovo ankam, war sie überrascht über die Informationslücken. "Wir wussten nicht, wo wir Stühle und Computer bestellen sollten. Es gab keine Datenbanken oder Gelbe Seiten. Ferner war es unmöglich zu erfahren, wie viele Kosovaren aus der Schweiz oder Deutschland wieder zurückgekehrt waren", erinnert sich Drenusha Shala.

    Die Diaspora ermutigen

    Nach Ansicht von Bashkim Iseni macht die Schweiz – eines der wichtigsten Geberländer des Kosovos – alles, was möglich ist, um seinem Land zu helfen. Er richtet seinen Finger jedoch auf die Behörden von Pristina, in seinen Augen die Schuldigen, die nicht genug machen, um das Potenzial der Diaspora zu nutzen. Nicht im Sinne von Abgaben, sondern beim Wissenstransfer.

    "Es fehlt der politische Wille, die Diaspora zu ermutigen, sie ist wie ein ungehobener Schatz. Für die Entwicklung des Kosovo muss sie vom Staat als oberste Priorität behandelt werden", unterstreicht er. "Es braucht konkrete Vorschläge, Investitionen müssen gefördert und garantiert werden, beispielsweise zum Bau von Bürogebäuden", insistiert er. "Der Kosovo ist ein isoliertes Land und die Diaspora kann diese Insolation durchbrechen."


    (Übertragen aus dem Italienischen von Christine Fuhrer) , swissinfo.ch

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    Der Islam duldet keine radikalen und extremistischen Gruppen; Nur der Islam ist anzustreben, der den Frieden als Grundlage hat, so Prof. Hamiti, Islamwissenschaftler und Verfechter des libelarelen Islams in Kosova. Hamiti ist selbst Opfer der radikalen Strömungen gewesen. Die authentischen islamischen Schriften, die auf den Kur’an ruhen, kennen keinen radikalen und extremen Islam. Beide Kategorien stehen im Gegensatz zu den grundlegenden religiösen Prinzipien. „Ein Mensch, der an Gott glaubt, kann kein frommer und gleichzeitig radikaler und extremistischer Muslim sein“.

    Albinfo.ch: Professor Hamiti, es leben rund 1 Million Kosovaren im Ausland. Haben sie Kenntniss, wie sehr diese Menschen gläubig sind?

    Hamiti: Kosovaren sind gleich nach dem 2. Weltkrieg aus wirtschaftlichen Gründen ausgewandert. Anfang der 1960er Jahren war deren Zahl immernoch sehr klein, und sie konnten sich kulturell, politisch und religiös nicht so gut organisieren. In den letzten 30 Jahren allerdings ist die Zahl unserer Landsleute in der Diaspora sprunghaft gestiegen; wir haben heute die dritte Generation, die im Ausland geboren ist. So haben wir heute dutzende Moscheen und Kirchen, die von Kosovaren auf der ganzen Welt gegründet worden sind. Kosovaren haben überall auf der Welt die Möglichkeit bekommen, deren Religion auch im Ausland auszuüben. Wir haben keine genaue Statistiken darüber, wieviele unserer Landsleute im Ausland die Regligion praktizieren. Doch auch diejenigen, die nicht praktizierend sind, fühlen sich einer Religion nah, sei es dem Islam oder dem Christentum.

    Albinfo.ch: Wissen Sie, wie viele Moscheen es ungefähr von Diaspora-Kosovaren gegründet sind. Ist die Kosova Islamische Gesellschaft (BIK) in der Ernennung der Imame im Ausland involviert?

    Hamiti: Moscheen, die im Ausland von Albanern verwaltet werden, gehören nicht nur den Kosovaren. Sie werden hauptsächlich als „albanische Moscheen“ identifiziert. Doch dort beten auch andere Nationalitäten. Die Imame in diesen Moscheen werden von unabhängig agierenden Moschee-Räten berufen. Der Rat einer Moschee besteht aus zivilen Personen. Der BIK hatte bisher nur einer beratende Rolle; wir haben Personen für den Posten des Imams vorschlagen können, doch die letzte Entscheidung hat immer der entsprechende Moschee-Rat getroffen. Der BIK hat also keine Entscheidungsmacht in dieser Frage. Die Islamische Gemeinschaft Mazedoniens steht in dieser Frage besser da. Nach meinen Informationen können keine Imame aus Mazedonien im Ausland dienen ohne die Zustimmung aus Skopje. In einigen Ländern, wie die Schweiz, Deutschland, Österreich und in den USA, gibt es Vereinigungen von albanischen Glaubensgemeinschaften. Die Zusammenarbeit kann allerdings noch verbessert werden. Es gibt rund 150 Moscheen, die in der Diaspora von Albanern verwaltet werden.

    Albinfo.ch: In Kosova gewinnt in der letzten Zeit eine redikalere Art des Islams immer mehr an Boden, ein Islam, der früher von Albanern nicht gelebt worden ist. Wird auch im Westen derselbe Islam gelehrt?

    Hamiti: Lassen Sie mich bitte deutlich sagen, dass die ursprüngliche authentische islamische Literatur, die auf den Kur’an basiert, keinen radikalen, extremistischen Islam duldet. Beides steht im krassen Gegensatz zu den Basisprinzipien unserer Religion. Ein Mensch, der an Gott glaubt, kann nicht ein frommer und gleichzeitig radikaler und extremistischer Muslim sein. Beledigungen, Gewalt, Verletzungen, Grausamkeiten, das Töten unschuldiger Menschen, heimtückischer Mord usw., aber auch die Verhinderung der Bildung von Frauen usw. usf., haben nicht mit einem Menschen zu tun, der rational an Gott glaubt. Religiös gefärbter Radikalismus und Extremismus werden verurteilt, von Religionsexptern und von allen hohen akademischen imslamischen Institution überall auf der Welt. Radikalismus und Extremismus stellen Abweichung vom wahren Weg, von unserem Schöpfer da.

    Die Tendenzen, die Art der Interpretation der Religion in unserer Praxis einzuführen, die auf die hanefitische Schule basiert und so mit unserer rund 600 jährigen Tradition zu brechen droht, gehen schon in den 1990 zurück, gleich nach dem Zusammenbruch des Kommunismus. Im letzten Jahrzehnt haben diese Tendenzen deutlich an Fahrt gewonnen. Auch in der Diaspora gibt es einige Moscheen, die diese Linie folgen, die deutlich von der islamischen Praxis der überwiegenden Mehreheit unserer Nation abweicht. Deren Zahl ist glücklicherweise nicht hoch. Ich bin fest davon überzeugt, dass die religiöse Einheit unser Alfa und Omega sind; es so wichtig, wie die Luft, die wir atmen. Es es keine göttliche Botschaft, die Gäubiger derselben Religion spaltet. Genauso wie es keine göttliche Botschaft ist, dass Andersgläubige aufgrund ihrer Religion sich bedrängt und bedroht fühlen.

    Albinfo.ch: Sehen Sie ein Risiko durch das internationale Bekanntwerden des Salaphismus unter den Albaner?

    Hamiti: Moderne islamischen Gesellschaften im allgemeinen und die albanische Gesellschaft im Besonderen brauchen weder den konservativen Vahabismus noch den extremen Schiitentum. Dies ist auch die Schlussfolgerung des besten Forschers und Gelehrten islamischer Schriften, den wir Albaner je hatten, Professor Sherif Ahmeti – Übersetzer und Kommentator des Kur’an, der im Jahre 1997 verstarb. Der Salaphismus, ist ein Teil des Vahabismus und stellt eine besondere Art der Interpration der islamischen Lehre dar. Diese akzeptiert die wichtigsten islamischen Schulen nicht, die von islamischen Gelehrten auf der ganzen Welt anerkannt werden. Der Salaphismus ist gezielt gegründet und gebildet worden, um sich vom Stamm des Islams und der Muslime zu trennen und als solches spielt es eine ätzende Rolle unter den Muslimen. Die Albaner können wie nie zuvor ihre Religion selbst interpretieren und pflegen, ohne Einflüsse von Aussen und ohne jeglichen Tutor. Sie können jedes Element aussortieren, das das allgemeine Interesse der Religion und der Nation bedroht. In Kosova sind viele Gelder aus dem arabischen Raum in Kosova investiert worden - insbesondere gleich nach Kriegsende. So sollte die Art der Interpretaion des Islams forciert und in unserem Land eingepflanzt werden. Unsere Gläubigen sollten so von der Jahrhunderte alten Tradition und der durchschnittlichen Form der Interpretion der islamischen Lehre getrennt werden. In den Augen des Westens sollte Kosova als ein Land mit konservativer religiöser Orientierung dargestellt werden. Doch glücklicherweise unser Volk diese Entwicklung als ein Dorn in unserem gesunden Körper, als etwas, was nicht zu uns gehört.

    Albinfo.ch: Sie sind einer der Gelehrten, die diese Strömung öffentlich kritisiert haben. Doch sind Sie auch selbst Opfer der radikalen Gruppen gewesen, die Andersdenkende nicht dulden. Sie die gemässigten Prediger des Islams in Kosova gefährdet?

    Es kommt nicht darauf an, ob die Gemässigten gefährdet sind. Das Problem ist viele grösser und geht viel tiefer. Radikalismus und Extremismus stellen in jeder Religion eine Abweichung dar und repräsentieren nicht unser Glauben. Als solche sind sie für jede Gesellschaft gefährlich nicht nur für die traditionell gemässigten Gelehrten. Irrationale, rücksichtslose Handlungen und Hassprädigten, Androhung von Gewalt, ungehobeltes Verhalten, Beleidungen Andersdenkender, Sanktionierung von grundlegenden Menschenrechten im Namen der Religion und andere nicht humane Handlungen und Aktivitäten sind Akte gegen jedes Prinzip des Heiligen Kur’an und keinesfalls und zu keiner Zeit Eigenschaften eines frommen Gläubigers mit einem gesunden Glauben. Im Kur’an heisst es, Menschen sind in verschiedene Völker und Stämme geschaffen worden, verschiedene Rassen und Farben, die verschiedene Sprachen sprechen; wenn Gott es gewollte hätte, hätte er allen denselben Glauben gegeben; in der Religion und im Glauben gibt es keinen Platz für Gewalt; der Aufruf zum Glauben sollte in der besten und liebsten Art und Weise gemacht werden; Unser Prophet hatte als einzige Aufgabe, die Botschaft Gottes zu verbreiten und nicht die Herzen der Menschen zu beherrschen; Menschen sollten nicht verachtet werden, weil sie nicht glauben...Von daher: wenn diese Gottes Botschaften im Kur’an sind, dann haben alle Handlungen, die im Gegensatz zu diesen Prinzipien und Lehren stehen, keine Unterstützung weder in der ersten ursprünglichen Quelle der Islams, den Kur’an noch in der praktischen Ausführung durch den Profeten Mohammed a.s.

    Alnbinfo.ch: Sie sind Professor im Fakultät für islamische Studien in Prishtina. Wie viele Stundenten studieren in ihrer Fakultät und wie werden Sie finanziert?

    Hamiti: Sie haben Recht; ich bin den rechtmässige Dekan der Fakultät, denn ich wurde gewählt und ernannt. Doch ich wurde durch Gewaltanwendung durch den Vorstand den BIK gestürzt. Der BIK hat in der klassischen Form durch drastische Eingegriffen die akademische und administrative Autonomie der Fakultät zerstört. Um meine freie Wahl durch den Professoren-Kollegium konform akademischen Kriterien zu verhindern, haben Leute der BIK das Gebäude der Fakultät demoliert. Damit ist aber auch die Zukunft der Fakultät zerstört worden, denn dort entscheiden keine akademischen Kriterien mehr, sondern die Prefärenzen des Vorstandes des BIK. Seit 2 Jahren wird die Fakultät von einem pensionierten Professor geleitet, der vom Vorstand der BIK in unerhörter Art und Weise dort ernannt worden ist. In dieser Zait sind akademische Titel vergeben worden nach dem Moto „Ich dir – du mir“.

    Albinfo.ch: Gibt es auch Studenten aus Dispora?

    Es gibt eine symbolische Zahl. Doch der Grossteil der Studenten kommt aus albanischen Sprachraum des Balkans.

    Albinfo.ch: Warum hat die Universität Prishtina die Fakultät für Islamische Wissenschaften immer noch nicht in ihren Strukturen integriert?

    Hamiti:  Der Senat der Universität Prishtina hat vor rund einem Jahr die Entscheidung getroffen, die Fakultät in ihren Strukturen zu integrieren. Doch seit dem gewaltsamen Eingriff des Vorstandes der BFI auf die akademische und administrative Unabhängigkeit unserer Fakultät im Jahr 2010 - sie brachten ihre Leute in die Institution und postierten Security-Mitarbeiter bei den Eingängen - hat die Universität noch keine konkreten Schritte unternommen, die entsprechende Entscheidung durchzusetzen. Die im Jahr 1992 gegründete Fakultät der islamischen Wissenschaften ist eine sehr wichtige Institution für die Ausbildung unserer Islamwissenschaftler. Die Förderung dieser Fakultät bedeutet auch die Förderung des akademischen religiösen Denkens.

    Albinfo.ch: Herr Hamiti, Kosova braucht die Anerkennung der Unabhängigkeit vieler Länder, aber auch der arabischen Welt. Warum hat die Mehrheit islamischer Staaten Kosova noch nicht anerkannt? Worin liegt das Problem?

    Hamiti: Heute sehen wir in den mehrheitlich muslimischen Ländern, die den "arabischen Frühling" mitgemacht haben, grosse Probleme und Herausforderungen. Sie können ihrer Regierungen nicht konsolidieren, sind instabil. Ein weiterer entscheidenden Teil muslimischer Staaten pflegt weiterhin enge Beziehungen zu Russland. Moscow macht diesen Ländern permanent Druck und verhindert somit die Anerkennung der Unabhängigkeit. Ich bin allerdings fest davon überzeugt, dass diese Länder die Unabhängigkeit unseres Landes anerkennen werden, wenn sie sich konsolidiert und stabilisiert haben.

    Albinfo.ch: In diesem Jahr finden Neuwahlen zum Myfti statt. Werden Sie für diesen Posten kandidieren?

    Hamiti: Viele Mitarbeiter der BFI und Gläubige aus ganz Kosova haben mich wiederholt aufgefordert, an der Wahl anzutreten und die Führung des BFI zu übernehmen. Ich glaube, mit der Unterstützung und dem guten, ehrlichen Willen aller Gläubigen in Kosova, kann der BFI wieder auf dem richtigen Weg geführt werden. Aufgrund einer fehlenden internen Restrukturierung ist viel falsch gegangen. Wir brauchen eine neue klare Vision für den BFI.

    Albinfo.ch: Was ist ihre Botschaft für die Gläubiger in der Diaspora?

    Hamiti: Ich wünsche allen unseren albanischen Schwestern und Brüder überall auf der Welt ein ruhiges und zufriedenes Leben in ihren Familien. Ich wünsche mir, dass sie ihr Heimatland und ihre Herkunft nie vergessen. Und allen muslimischen Gläubigern wünsche ich ein schönes Eid Fest. Möge Gott ihnen Gesundheit und alles erdenklich Gute schenken.

    /Albinfo.ch

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    Tausende Kosovo-Albaner haben gestern in Pristina gegen ihre Regierung demonstriert. Sie wurden angeführt von der größten Oppositionspartei „Vetevendosje“ (Selbstbestimmung) und der ebenfalls oppositionellen AAK-Partei des früheren Regierungschefs Ramush Haradinaj. Der Regierung wurde auf Plakaten und in Reden vorgeworfen, sie sei gegenüber dem serbischen Nachbarn zu nachgiebig.

    Am 9. Februar will die EU wieder zwischen den beiden zerstrittenen Staaten vermitteln. Dabei soll auch der jüngste Streit um das Eigentum am größten Kosovo-Bergwerk „Trepca“ zur Sprache kommen. /orf.at

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    Sie wurden angeführt von den größten Oppositionsparteien, die der Regierung auf Plakaten und in Reden vorwarfen, gegenüber dem serbischen Nachbarn zu nachgiebig zu sein.

    Oppositionsführer Albin Kurti setzte der Regierung ein Ultimatum. Sie müsse bis zum Montag den serbischen Minister Aleksandar Jablanovic entlassen, der albanische Opfer im Krieg Serbiens gegen das Kosovo 1999 verhöhnt habe.

    Wütende Demonstranten warfen Scheiben am Regierungsgebäude und an umliegenden Lokalen ein und verprügelten Journalisten. Die Polizei setzte Tränengas ein.

    Serbien erkennt die vor sieben Jahren ausgerufenen Unabhängigkeit seiner früheren Provinz Kosovo, die fast nur noch von Albanern bewohnt wird, nicht an. Am 9. Februar will die EU wieder zwischen den beiden zerstrittenen Staaten vermitteln. Dabei soll auch der jüngste Streit um das Eigentum am größten Kosovo-Bergwerk "Trepca" zur Sprache kommen.

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    Die Olympischen Spiele 2016 in Rio - diesem Ziel sind die Sportler aus dem Kosovo einen großen Schritt näher gekommen. Das IOC hat den Balkanstaat vorläufig anerkannt.

    Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat das Kosovo vorläufig anerkannt. Damit könnte die frühere serbische Provinz erstmals ein eigenes Team zu den Olympischen Spielen 2016 nach Rio de Janeiro schicken. Das IOC schlug vor, das Nationale Olympische Komitee Kosovo bei der Generalversammlung im Dezember in Monaco vollständig anzuerkennen. Olympische Vertreter Serbiens lehnten den Schritt ab. Das Balkanland erkennt die vor sechs Jahren ausgerufene Unabhängigkeit seiner einstigen Provinz bis heute nicht an.


    Majlinda Kelmendi - kosovarische Judoka der Weltspitze

    Damit könnte auch der Traum von Olympia für Majlinda Kelmendi doch noch wahr werden. 2012 durfte die Doppelweltmeisterin im Judo nicht für ihr Land in London antreten, stattdessen startete sie für Albanien. Nun stellte das IOC fest, dass das Kosovo die Voraussetzungen erfüllt, um nach der Olympische Charta als Land anerkannt zu werden.108 UN-Mitgliedstaaten erkennen die Republik Kosovo an, darunter auch Deutschland.

    (jk/to(sid,dpa))

     

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    Wenn Diplomatie unter Staatsmännern schiefgeht, kann man von einem Eklat sprechen. Oder von Provokation. Beim historischen Treffen zwischen den Regierungschefs Serbiens und Albaniens hat Diplomatie nicht funktioniert.

    Und so war es für den serbischen Gastgeber Aleksandar Vucic (im Bild links) eine "Provokation", was sein Gast aus Albanien auf der Pressekonferenz der beiden Ministerpräsidenten zum Besten gab. Mit einem solchen Statement habe er nicht gerechnet: Der albanische Ministerpräsident Edi Rama erklärte in Belgrad, dass die Unabhängigkeit des Kosovo von 108 Staaten weltweit anerkannt werde. "Dies ist eine unumkehrbare Realität und diese Realität muss respektiert werden." Je eher die Loslösung des Kosovo akzeptiert werde, "desto schneller können wir Fortschritte erzielen".

    Er hätte wissen können, dass er den Gastgebern damit keine Freude macht. Denn der Status des Kosovo ist für die serbische Regierung ein - vorsichtig ausgedrückt - sensibles Thema.

    Diese Bemerkungen stellten eine Provokation dar, entgegnete der serbische Ministerpräsident Vucic. Serbien werde das Kosovo, das sich 2008 für unabhängig erklärt hat, niemals als souveränen Staat anerkennen. Er könne es "niemandem gestatten, Serbien in Belgrad zu demütigen", sagte Vucic, der sichtlich Mühe hatte, die Fassung zu bewahren. Das Kosovo sei "laut der Verfassung ein Teil Serbiens, es hat und wird niemals etwas mit Albanien zu tun haben". Soweit der fehlgeschlagene Versuch einer Annäherung.

    Erster Besuch seit Jahrzehnten

    Dabei hätte alles so schön werden können. Erstmals seit fast sieben Jahrzehnten hatte sich wieder einmal ein albanischer Ministerpräsident nach Serbien aufgemacht. Rama wollte mit seinem serbischen Amtskollegen Vucic eigentlich über eine Annäherung beider Staaten sprechen. Nötig sei ein neuer Ansatz "für eine bessere Zukunft unserer Völker", sagte Rama im Vorfeld. Es sei Zeit, "all das hinter uns zu lassen, was Konflikte und Blutvergießen verursacht hat".

    Das unschöne Fußballspiel zwischen Serbien und Albanien, das abgebrochen wurde

    Das Verhältnis zwischen Albanien und Serbien gilt seit dem Krieg 1999 um den Kosovo - und dessen Unabhängigkeitserklärung 2008 sowieso - als besonders angespannt. In der früheren jugoslawischen und später serbischen Provinz lebt eine albanische Bevölkerungsmehrheit.

    Das schon mehrmals geplante Treffen beider Regierungschefs war zuletzt nach dem Skandal um das Qualifikationsspiel zur Fußball-EM zwischen beiden Ländern in Belgrad vor wenigen Wochen verschoben worden. Damals war eine Drohne mit einer Landkarte von Großalbanien ins Stadion geschwebt. Daran hatten sich Prügeleien zwischen den Spielern sowie zwischen Zuschauern und albanischen Fußballern entzündet. Das Match war abgebrochen worden.

    ml/cr (afp,rtr)

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    Die Albaner im Kosovo wollen mit eigenen Streitkräften ihre Unabhängigkeit untermauern. Nach Widerstand der Serben einigten sich die anderen Parteien auf vorgezogene Parlamentswahlen im Juni. Der Westen ist skeptisch.

    Die Führer der größeren politischen Parteien suchen so neue, klare Mehrheiten für ihre Pläne für eine eigene Armee im Balkan-Staat Kosovo: 90 von 120 Abgeordneten stimmten am Mittwoch dementsprechend in Pristina für eine Auflösung des Parlaments. Sie wollen die Neuwahlen vom November auf den 8. Juni vorziehen. Präsidentin Atifete Jahjaga müsste die Wahlen innerhalb von 45 Tagen offiziell ausrufen.

    Nicht nur die Führung des Nachbarstaats Serbien, auch die serbische Minderheit im Kosovo läuft Sturm gegen die Strategie eigener Streitkräfte. Angestrebt wird, ab 2019 5000 aktive Soldaten und 3000 Reservisten aufzustellen, ausgestattet mit einem Jahresbudget von 65 Millionen Euro.

    Die Regierung des Kosovo plant einen weiteren Schritt zur vollen Souveränität: den Aufbau eigener Streitkräfte. Serbien sieht das als eine Provokation und verlangt eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates. (16.03.2014)

    Boykott der Serben

    Die Abstimmung über die neue Armee am Montag war von den serbischen Abgeordneten durch ihr Fernbleiben über den Haufen geworfen worden. Die serbische Minderheit verfügt im Parlament über verschiedene Schutzklauseln, die ihr politischen Einfluss sichern sollen. Regierungschef Hashim Thaci drängte daraufhin auf rasche Neuwahlen mit dem Ziel "glaubwürdiger und funktionsfähiger Institutionen". Auch Isa Mustafa, der Vorsitzende der Demokratischen Liga des Kosovo, beklagte eine Lähmung der Volksvertretung.

    Die frühere serbische Provinz Kosovo verfügt zwar über ein eigenes, leicht bewaffnetes Sicherheitskorps (TMK). Die etwa 2500 Mann unterstehen jedoch dem Kommando der internationalen Schutztruppe KFOR. In der KFOR-Mission sind auch 700 Bundeswehrangehörige eingesetzt.

    Nach dem Krieg der Jahre 1998 und 1999 hatten sich die Albaner 2008 als souveräner Staat von Serbien losgelöst. Belgrad erkennt den Schritt bislang jedoch nicht an. In der jüngeren Vergangenheit näherten sich beide Länder unter EU-Vermittlung allerdings immer weiter an. Westliche Regierungen fürchten, die Pläne für eine eigene Armee könnten die Spannungen mit den etwa 100.000 Serben im Kosovo und mit Serbien neu aufflammen lassen.

    SC/kle (rtre, afp, dpae)

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    Im Kosovo ist ein serbischer Ressortchef durch eine verächtliche Bemerkung über die Albaner zur Zielscheibe geharnischter Proteste geworden. Doch den Demonstranten passt auch der Ausgleich des Landes mit Belgrad nicht.

    Bei Protesten gegen einen serbischen Minister sind im Kosovo zahlreiche Menschen verletzt worden. In der Hauptstadt Pristina versuchten tausende Anhänger der nationalistischen albanischen Bewegung "Vetevendosje" (Selbstbestimmung), den Sitz der Regierung zu stürmen. Sie forderten den Rücktritt von Arbeitsminister Aleksandar Jablanovic, einer von drei Serben im Kabinett, wegen Äußerungen, die als Beleidigung für die Albaner empfunden wurden.

    "Jalblanovic raus" und "Nieder mit der Regierung", riefen die Demonstranten. Sie attackierten die Polizei mit Steinen, die daraufhin Tränengas einsetzte. Wie die Polizei mitteilte, waren unter den etwa 40 Verletzten auch 22 Polizisten. Demnach wurden rund 30 Demonstranten festgenommen.

    Der kosovarische Arbeitsminister Aleksandar Jablanovic (Foto: DW/B.Cani)

    Zog den Zorn auf sich: Arbeitsminister Jablanovic

    Albaner als "Wilde" bezeichnet

    Bereits am Samstag waren Tausende Kosovo-Albaner auf die Straße gegangen. Der Chef von Vetevendosje, Albin Kurtin, sagte, die Proteste würden bis zum Rücktritt Jablanovics fortgesetzt. Kosovos Präsidentin Atifete Jahjaga rief dagegen zur Ruhe auf. Die chaotischen und gewaltsamen Szenen seien "nicht hinnehmbar", so Jahjaga.

    Der Serbe Jablanovic hatte vor zwei Wochen albanische Demonstranten als "Wilde" bezeichnet, weil sie eine Gruppe von Serben daran gehindert hatten, zum orthodoxen Weihnachtsfest ein Kloster im Westen des Kosovos zu besuchen. Die Beschuldigten argumentierten, unter den Pilgern seien auch "Kriegsverbrecher" gewesen. Später bat Jablanovic öffentlich um Entschuldigung, die Proteste gegen ihn dauerten aber an.

    die Präsidentin des Kosovo, Atifete Jahjaga (Foto: picture-alliance/AP Photo/V. Kryeziu)

    Ruft zur Ruhe auf: Kosovos Präsidentin Jahjaga

    Gespräche zwischen Kosovo und Serbien

    Die Protestierenden warfen zudem der Regierung in Pristina vor, gegenüber dem serbischen Nachbarn zu nachgiebig zu sein. Die EU will am 9. Februar in Brüssel neue Verhandlungen zwischen den zerstrittenen Nachbarländern vermitteln. Dabei geht es um die Integration der serbischen Minderheit in das fast nur noch von Albanern bewohnte Kosovo. Das Kosovo hatte im Jahr 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt, wird von Belgrad jedoch nicht anerkannt. In dem Kleinstaat leben 1,8 Millionen Albaner und 120.000 Serben.

    sti/kle (dpa, afp)

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    Er und seine Partei sind die Sieger der Parlamentswahl im Kosovo - und müssen nun offenbar doch in die Opposition. Regierungschef Thaci bleibt auf der Strecke, denn seine politische Feinde haben sich zusammengetan.

    Das Kosovo erhält nur zwei Tage nach der Parlamentswahl eine neue, nationalistisch ausgerichtete Regierung. Die bisherigen Oppositionsparteien, die liberal-konservativen LDK und AAK sowie die neu gegründete Bewegung Nisma, einigten sich in Pristina nach eigenen Angaben auf eine Koalition und sorgen damit für ein politisches Erdbeben. Der ehemalige Rebellenführer Ramush Haradinaj, der 2004 bis 2005 für kurze Zeit Regierungschef war, wird neuer Ministerpräsident. Er steht an der Spitze der AAK.

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